Programme zur Erstellung ihrer Druckdatei

Grundsätzlich können Sie Ihre Datei in allen gängigen Grafikprogrammen wie QuarkXPress, InDesign, Illustrator oder CorelDraw vorbereiten. Am sichersten ist es, wenn Sie daraus im Anschluss ein PDF erstellen.

Farbraum / Modus

CMYK
Der auch als 4-farbig Euroskala bezeichnete Farbstandard, nach dem wir produzieren, setzt sich aus den Farben Cyan (Blau), Magenta (Rot), Yellow (Gelb) und Kontrast (Schwarz) zusammen. Die Farben werden dabei subtraktiv gemischt.
Wenn Sie Cyan, Magenta und Yellow übereinander drucken, ergibt sich ein (theoretisches) Schwarz. Dieser Farbton ist aber kein Tiefschwarz. Daher wird als zusätzlicher Kontrast noch Schwarz ergänzt.

 

 

 



RGB
Im Gegensatz dazu steht der RGB-Farbraum mit den Lichtfarben (d.h. sie werden von hinten durchleuchtet – wirken also heller) Rot, Grün und Blau, der etwa von Digitalkameras, Fernsehern und Monitoren genutzt wird. Es handelt sich hierbei um eine additive Farbmischung, bei der die Farben übereinander gesetzt Weiß ergeben.


Da der RGB-Farbraum sehr viel größer ist und mehr Farben umfasst als der CMYK-Farbraum, müssen in RGB angelegte Dokumente in ihrem Farbraum reduziert werden, um sie drucktechnisch reproduzieren zu können. Durch die Farbreduzierung kann es bei der Konvertierung zu Farbveränderungen (z.B. leuchtende Neon-Farben oder bestimmte helle Blautöne, Pastelltöne o.ä. werden dann dunkler – wirken manchmal etwas „muffeliger“, sprich: die leuchten nicht mehr) kommen, für die wir keine Gewähr übernehmen. Daher sollten Sie grundsätzlich bei der Erstellung der Daten darauf achten, dass Sie innerhalb des CMYK-Modus arbeiten bzw. die Druckdatei in CMYK generieren.

2-farbige oder 3-farbige Druckdateien anlegen

Für die Produktion von 2- oder 3-farbigen Drucksachen erstellen Sie bitte eine Druckdatei, die auch nur zwei oder drei Farbformen enthält (z. B. Schwarz + Cyan oder Schwarz + HKS 47 + HKS 92).

Was bedeutet 4/0-farbig?

Bei 4/0-farbigen Druckerzeugnissen ist nur die Vorderseite 4-farbig bedruckt, die Rückseite ist unbedruckt.

4/1-farbig bedeutet daher: Vorderseite 4-farbig, Rückseite 1-farbig.

4/4-farbig heißt demnach, dass Vorder- und Rückseite 4-farbig sind.

Im Anschnitt

Differenzen beim Schneiden von bis zu 2 mm können vorkommen. Daher müssen Elemente, die über den Seitenrand hinausreichen (die also im Anschnitt liegen und randabfallend sind), 3 mm über das
Endformat hinaus in den Anschnitt ragen. Diese Beschnittzugabe dient zum Ausgleich der Differenzen und wird nach dem Druck abgeschnitten. Auch das Platzieren von wichtigen Elementen nahe dem Dokumenten- bzw. Papierrand sollte vermieden werden. Wir empfehlen einen Abstand von mindestens 3 mm zur Formatkante, damit diese trotz Schneidetoleranz optisch nicht an der Papierkante „kleben“.

Auflösung der Bilder

Die Auflösung Ihrer gelieferten Daten und Bilder sollte mindestens 300 dpi betragen.

Je niedriger die Auflösung ist, desto größer die Gefahr, daß die Darstellung unschärfer wird und Pixel, Treppen in Diagonalen und Kurven sowie sogenannte Artefakte zu sehen sein werden
(s. rechte Abbildung).

Bildformate

Bitte verwenden Sie für Ihre Bilder nur die Dateiformate TIF, EPS oder JPEG, da nur diese CMYK unterstützen. Alle anderen Formate sind nicht geeignet.


Überdrucken, Aussparen & Überfüllen

Da die Druckbogen mit hoher Geschwindigkeit durch die Druckmaschine laufen, können durch Papierverzug oder andere Einflüsse kleine Blitzer (das sind Farbverschiebungen der 4 Druckfarben zueinander; manchmal „blitzt“ dann durch die Verschiebung das Papierweiß durch) entstehen. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, wird beim Erstellen der Reprovorlagen überdruckt, ausgespart oder überfüllt.

Überdrucken:
Offsetdruckfarben sind lasierend (durchscheinend). Wird beispielsweise ein blauer Kreis auf einen gelben Untergrund gedruckt, gibt es zwar keine Blitzer, aber auch keinen blauen Kreis, sondern es entsteht die Mischfarbe Grün. Überdrucken funktioniert nicht bei farbigen Motiven, lediglich schwarze Objekte können in den meisten Fällen farbige Hintergründe überdrucken. Falsches Überdrucken wird bei uns automatisch korrigiert. Sollten Sie ein Überdrucken einer Buntfarbe wünschen, teilen Sie uns dies bitte bei der Bestellung mit. Wir deaktivieren dann für Ihren Auftrag die Überdruckenkorrektur in unserem Workflow.

Wichtige Ausnahme – 
Partielle UV-/Relief-Lackierung & Heißfolie:
Bei der partiellen Lackierung mit UV- bzw. Relief-Lack und der Heißfolie legen Sie den Lack bzw. die Folie als Sonderfarbe an. Diese Sonderfarbe müssen Sie auf Überdrucken stellen und auf die oberste Ebene legen, damit die Lackierung bzw. Folierung auf die darunterliegende Farbe erfolgt! Ohne das Überdrucken würde die Farbe ausgespart und somit ein weißer Bereich lackiert bzw. foliert werden (siehe auch im Kapitel „Partielle UV-/Relief-Lackierung & Heißfolie“ weiter unten).

Aussparen & Überfüllen:
Farbige Motive auf farbigem Hintergrund müssen ausgespart werden. Das Aussparen der Hintergrundfarbe eines Motivs führt, wie bereits oben erwähnt, zu kleinen Blitzern. Um die Blitzer zu vermeiden, werden die Motive unter- oder überfüllt. Unterfüllt wird, wenn die Hintergrundfarbe heller als der Vordergrund ist. Überfüllt wird, wenn der Vordergrund heller ist als der Hintergrund.

Schriften einbetten

Schriften müssen immer in Ihr PDF „eingebettet“ sein, d. h. die Schrift(information) muss mit in das Dokument übertragen werden. Je mehr Schriftschnitte im Dokument verwendet werden, desto größer wird dann daher auch die Dateigröße des PDF.

Alternativ können Sie in manchen Programmen die Schriften auch in Kurven oder Pfade umwandeln (dadurch wirken aber insbesondere Schriften mit feinen Linien in kleinen Punktgrößen plötzlich fetter, da um die Buchstaben eine Outline gelegt wird!). Somit sind im PDF keine Schriftinformationen mehr nötig. Sind die Schriften nicht ordnungsgemäß eingebettet bzw. in Kurven umgewandelt, ist die Datei leider nicht druckfähig.

Linienstärken

Wenn Sie Ihre Dokumente anlegen, verwenden Sie bitte eine minimale Linienstärke positiv von 0,08 mm und negativ von 0,17 mm. Bitte verwenden Sie keinesfalls Haarlinien in Ihren Dokumenten, da diese beim Drucken zu Fehlern führen. Achten Sie beim Verkleinern von Grafiken insbesondere darauf, dass auch die Linienstärken nicht zu gering werden.


Partielle UV-/Relief-Lackierung & Heißfolie

Partielle UV-Lackierung
Glänzende Lackierung, die flach aufgetragen wird und kaum spürbar ist.

Partielle Relief-Lackierung
Glänzende Lackierung, die erhaben gedruckt wird, wodurch ein spürbar haptischer Effekt entsteht.

Heißfolie
Glänzende Folie in Gold oder Silber, die erhaben gedruckt wird und leicht spürbar ist (keine Prägung).

So legen Sie die Lackierung bzw. Heißfolie als Sonderfarbe an

Die Lackierung bzw. Heißfolie legen Sie bitte in einem Layout-Programm als zusätzliche Volltonfarben (Sonderfarben) an und benennen diese mit „Lack“ bzw. „Heißfolie“. Somit erhalten wir von Ihnen eine Druckdatei mit maximal 6 Farben – den 4 Skalenfarben CMYK und den bis zu zwei Sonderfarben. Weitere Sonderfarben dürfen nicht im Dokument enthalten sein.
GANZ WICHTIG: Die Sonderfarben müssen Sie auf die oberste Ebene legen und diese auf „Überdrucken“ stellen! Damit wird der Lack bzw. die Heißfolie auf die darunterliegende Farbe gedruckt.
Wenn Sie die Sonderfarbe nicht auf Überdrucken stellen, wird die darunterliegende Farbe ausgespart und es wird ein weißer Bereich lackiert bzw. foliert (siehe auch oben „Überdrucken“). Weiterhin darf die Lackierung bzw. Heißfolie nicht randabfallend – sprich angeschnitten – sein und nicht in die Falzung laufen. Halten Sie daher in beiden Fällen einen Sicherheitsabstand von 2 mm zum Rand bzw. zum Falz ein.

Ihre Effekte mit UV-/Relief-Lackierung und Heißfolie
Damit Sie den gewünschten Effekt mit der Lackierung und Heißfolie erzielen, muss Ihr Druckprodukt mit einem Mattlack oder einer Mattfolie als Träger versehen sein.

Beachten Sie weiterhin bitte folgende Punkte:
Texte mit Lackierung oder Heißfolie
Damit Texte mit Lackierung oder Heißfolie sauber ausgedruckt werden, legen Sie diese mindestens in 10 Punkt bei positiven bzw. 14 Punkt bei negativen Schriften an. Vermeiden Sie sehr feine oder serifenbetonte Schriften. Positive Linien sollten eine Stärke von mindestens 0,35 mm, negative Linien eine Stärke von 1,06 mm haben.

Höhe der Relief-Lackierung
Bei der Relief-Lackierung können Sie verschiedene Lackdicken und somit Höhen durch unterschiedliche Tonwertabstufungen erzeugen. Das Maximum an Reliefhöhe wird hierbei durch 100 % Tonwert erzeugt, was 50μ entspricht. Gut fühlbar wird der Lack ab einem Tonwert von 50 % bzw. 25μ. Bitte benutzen Sie keine Verläufe, Schatten und Transparenzen. Aufgrund der leichten Erhöhung des Relief-Lacks kann es durch das Schneiden zu einer Prägung auf der Rückseite kommen.

Kombination aus UV-/Relief-Lackierung und Heißfolie
Sie können auch eine Kombination aus UV- und Relief-Lackierung sowie Heißfolie bestellen. Legen Sie dafür die Elemente mit Relief-Lack und Heißfolie mit je 100 % Tonwert und die Elemente mit UV-Lack mit 20 % Tonwert an. Wählen Sie bei der Bestellung nur die Relief-Lackierung und die Heißfolie aus.

Wie Sie Ihre PDF-Druckdaten richtig erstellen

Verwenden Sie für die Erstellung Ihrer PDF-Druckdaten nur professionelle Programme, da Sie damit die besten Druckergebnisse erhalten. Dies kann ein PDF-Erstellungsprogramm wie Adobe Acrobat Distiller sein oder Layout-Programme wie Adobe InDesign, Adobe Illustrator oder QuarkXPress. Aus Shareware- Tools erzeugte PDF-Dateien sind nicht immer für die Druckausgabe in hoher Qualität geeignet. Teilweise werden hier etwa die Farben in den Bildschirmmodus RGB umgewandelt. Da wir für den professionellen Druck Daten in CMYK benötigen, können wir solche Shareware-Tools nicht empfehlen.

Wir drucken auch mit RGB-Daten, bei denen wir aber den Farbraum zu CMYK reduzieren müssen, wodurch es zu Farbveränderungen kommen kann (s. oben).

PDF-Erstellung mit dem Acrobat Distiller

Wenn Sie den Acrobat Distiller verwenden, um aus Ihrer PostScript-Datei eine PDF-Datei zu erstellen, nutzen Sie bitte die Standardprofile PDF/X-3, PDF/X-4 oder „hochwertiger Druck“. Mit diesen Profilen erzielen Sie die besten Ergebnisse, sie garantieren aber keine einwandfreie Druckdatei. So prüft die PDF/X-1a- sowie die PDF/X-3-Konvertierung nur das Wesentliche, z. B., ob die Schriften eingebettet sind.

ACHTUNG: Da PDF/X-3 auch das Arbeiten mit RGB-Daten zulässt, können sich diese in Ihrem Dokument befinden. PDF/X-4 ist eine Weiterentwicklung des bewährten Druckstandards PDF/X-3 und unterstützt die Verwendung von echten Transparenzen.

PDF-Erstellung mit Layout-Programmen

Viele Layout-Programme bieten ebenfalls die Möglichkeit, PDF-Dateien zu erzeugen, ohne den umständlichen Weg über Post-Script und Distiller zu gehen. Dies ist aber nicht bei allen Programmen zu empfehlen. Lediglich die Exportfunktionen von Adobe InDesign und Adobe Illustrator (jeweils ab Version CS2) sowie von QuarkXPress (ab Version 7) ermöglichen ein fehlerfreies Arbeiten. Dennoch sollten Sie auch hier vor allem beim Umgang mit Transparenzen vorsichtig sein. Diese können in vollem Umfang in das PDF geschrieben werden, sodass es bei der Belichtung zu Fehlern kommen kann. Eine hundertprozentige Produktionssicherheit können wir Ihnen somit nur nach Freigabe eines Proofs garantieren.

Überprüfen Sie Ihr PDF in Adobe Acrobat Professional

Kontrollieren Sie nach der Datenerstellung Ihre PDF-Datei noch einmal in Acrobat. Sollten Ihnen hier sichtbare Fehler auffallen, prüfen Sie bitte sorgfältig alle Einstellungen. Zur weiteren
Kontrolle aktivieren bzw. deaktivieren Sie die Voreinstellungen unter „Bearbeiten, Voreinstellungen, Seitenanzeige“.

Als nächstes sollten Sie Ihre Datei noch in der Ausgabevorschau überprüfen: „Erweitert, Druckproduktion, Ausgabevorschau“. Hier sehen Sie, welche Farben in Ihrem PDF verwendet werden bzw. enthalten sind. Ebenso können Sie in der Ausgabevorschau „Überdrucken simulieren“ aktivieren, was besonders beim Einsatz von Schatten und Transparenzen zu empfehlen ist. 

Des Weiteren bietet Ihnen Acrobat eine PDF-Preflight-Funktion an, die Ihre Datei auf Probleme und Fehler prüft sowie ein ausführliches Protokoll erstellt. Diese Funktion erfordert allerdings genaueste Kenntnisse.